Was die niederländische Gemeinde Tjerkwerd mit dem unterfränkischen Ebelsbach verbindet
In der Dorfzeitung des Ortes Tjerkwerd (Gemeinde Súdwest-Fryslân, Niederlande) fand am 4. Mai d.J. unter der Überschrift: – Gedenktag „Geschichte verstehen“ – am 4. Mai 2026 ein Gedenken für den durch die nationalsozialistische Wehrmacht und SD, die seinerzeit die Niederlande besetzten, ermordeten Jungen Justin Yaakov Gerstner aus Ebelsbach (Unterfranken) in Eemswoude am 31.10.1944, wie jedes Jahr Anfang Mai, statt.
Die „Dorfzeitung“ in ihrer Online Publikation unter https://tsjerkwert.nl/de-geschiedenis-begrijpen-dodenherdenking-4-mei/ schreibt:
„Wie jedes Jahr seit der Errichtung des Kriegerdenkmals auf dem Friedhof wurde der Gedenktag in Tjerkwerd am 4. Mai begangen.
Vom Schulgebäude aus folgte der Trauerzug der Blaskapelle „Eensgezindheid“ zum Friedhof. Die Kinder der Grundschule „De Reinbôge“ trugen die Kränze und Blumengestecke. In diesem Jahr hatten die Kinder den Schulkranz selbst gebunden.
Am Denkmal wurden, nachdem die Kapelle ein Kirchenlied gespielt hatte, Kränze und Blumen im Namen der Gemeinde, der Familien der Verstorbenen, der Grundschule und des Komitees zum 4. Mai niedergelegt.
Jildau Koehoorn, Jeffrey Baints und Elke Tilstra lasen wunderschöne Gedichte, die sie selbst geschrieben hatten.




Als Nächstes war Henk van der Zee, ein weiterer Dorfbewohner, an der Reihe. Henk unterrichtet an der Pädagogischen Hochschule in Leeuwarden einen halben Tag pro Woche Geschichte. Jedes Jahr bereitet er ein Programm zum Zweiten Weltkrieg und zur Judenverfolgung vor. Dazu gehört auch ein Ausflug nach Amsterdam. Henk schilderte eindrücklich, wie er und seine Gruppe dieses Jahr unter anderem das Anne-Frank-Haus und die Holocaust-Gedenkstätte besucht hatten. Die Schüler waren tief beeindruckt, woraufhin Henk sie eindringlich bat, die Erlebnisse und die Botschaft des Tages an die Kinder weiterzugeben, die ihnen später anvertraut würden. Henk schloss mit einigen Zitaten von Anne Frank, von denen das wohl bekannteste lautet: „Trotz allem glaube ich an das Gute im Menschen.“ Anne schrieb auch: „Wie wunderbar, dass niemand auch nur einen Augenblick warten muss, um die Welt zu verbessern!“ Lasst uns alle so bald wie möglich gemeinsam damit beginnen.
Nachdem das Corps einen letzten Choral gespielt hatte, blies Jesse Bakker kurz vor 8 Uhr das Taptoe-Signal (niederländische Pendant zum deutschen „Großen Zapfenstreich“. Es handelt sich um ein militärisches Horn- oder Trompetensignal mit einer tiefen emotionalen und historischen Bedeutung). Die darauffolgenden zwei Minuten der Stille wurden mit dem Wilhelmus (Nationalhymne der Niederlande – beides Anm. des Redakteurs) beendet.
Wir möchten allen Teilnehmern und Beteiligten, die diese Gedenkveranstaltung ermöglicht haben, unseren Dank aussprechen!
4. Mai Tjerkwerd-Komitee: Aukje Veldmans, Sjoerd Bouma, Sytske Gietema, Thea Zijsling und Heleen Wilts
Das allerletzte Exemplar des Buches “Opdat wij niet vergeten” (Auf dass wir nicht vergessen), geschrieben von Gerben D. Wijnja, ist bei Aukje für 10 Euro erhältlich! Der Erlös kommt vollständig der Gedenkfeier zugute.“
(Tlw. gekürzt bzw. für deutschsprachige Leser vervollständigt – der Redakteur)