Liebe Gemeindemitglieder, liebe Angehörige, Gäste und Förderer unserer Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg,
zum bevorstehenden Neujahrsfest Rosch haSchanah heute Abend und die Hohen Feiertage blicken wir auf eine Zeit zurück, die von schweren Prüfungen und tiefen Erschütterungen für unsere jüdische Gemeinschaft geprägt war.
Wenn wir am 2. Tag Rosch haSchanah die Schofar-Töne hören (am ersten Tag geht es nicht wegen Schabbat), verbinden wir damit nicht nur die traditionelle Besinnung, sondern auch die Sorgen, die uns seit Jahren begleiten.
Das traumatische Pogrom vom 7. Oktober 2023 in Israel an unseren Brüdern und Schwestern durch Hamas und ihren Helfern hinterlässt eine Wunde, die nicht verheilt ist und mit Sicherheit als Wunde eingebrannt bleibt.
Die weltweite Welle des Antisemitismus, die darauf folgte, hat gezeigt, wie fragil die Sicherheit jüdischen Lebens – in Israel, aber auch auf der ganten Welt, auch in Deutschland, – geblieben ist.
Anschläge und Bedrohungen gegen jüdische Einrichtungen weltweit – wie etwa die Ereignisse in Australien zur Chanukka-Zeit 2025 – führen uns drastisch vor Augen, dass die Gefahr aus dem islamistischen Umfeld akut und grenzenlos bleibt.
Ebenso besorgt uns die Agitation aus dem linksextremistischen Lager, in dem Israel-Hass und die Relativierung von Terrorismus erschreckend oft salonfähig gemacht werden.
Gleichzeitig verschließen wir die Augen nicht vor den fortbestehenden Gefahren von Rechtsextremismus, der jüdisches Leben in Deutschland nach wie vor direkt bedroht.
Inmitten dieser vielschichtigen Herausforderungen gilt für unsere Gemeinde in Bamberg: Wir lassen uns nicht zurückdrängen oder den Mund verbieten. Mir sajnen do. Unsere Synagoge und unser Gemeindezentrum sind Orte des Lebens, des Gebets und des Zusammenhalts. Für uns, für unsere Familienangehörigen, für unsere Gäste.
Für das Jahr 5787 erhoffen wir uns vor allem Frieden und Ruhe – für unsere Bamberger Gemeinde, für das Land Israel und für alle jüdischen Gemeinden weltweit.
Wir beten für ein Jahr der Prosperität, in dem unser Gemeindeleben weiter wachsen und gedeihen kann, gestützt auf das Vertrauen und den Zusammenhalt untereinander.
Möge das neue Jahr ein süßes, besseres und friedvolleres werden –
Schana Towa U’Metuka.
Martin Arieh Rudolph
Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg K.d.ö.R.