Liebe Gemeindemitglieder, liebe Familienangehörige, liebe Gäste,
wir befinden uns wieder in jener besinnlichen Zeit zwischen den weltlichen Jahren. Auch wenn Rosch Ha-Schana, das jüdische Neujahr, bereits im Oktober begangen wurde, empfinden viele von uns – besonders hier in der jüdischen Diaspora – diese Wochen als eine Phase der Ruhe und des Innehaltens. Die intensiven Feiertage des Herbstes liegen hinter uns, und vor uns öffnet sich ein Zeitraum, in dem das gemeindliche Leben etwas langsamer pulsiert.
Wie in jedem Jahr haben wir vom Ende der Chanukka-Feiern, die ihren Höhepunkt am 21.12.2025 mit dem inzwischen traditionellen Chanukkaball hatte, bis zum 6. Januar Betriebsferien: Es finden keine regulären G’ttesdienste statt, kein Kiddusch, und auch die Büroöffnungszeiten sind nicht regelmassig. Dennoch möchte ich betonen: Ich bin jederzeit für Sie da. Ob per Telefon, E-Mail oder persönlich – zögern Sie nicht, mich anzusprechen, wenn Sie ein Anliegen haben oder einfach ein Gespräch wünschen. Irgendeine Zeit werden wir schon finden.
Ab dem 7. Januar nimmt unser Gemeindeleben wieder seinen gewohnten Rhythmus auf. Im Januar erwarten uns bereits besondere Ereignisse, darunter Lehrhausvorträge. Einer eines Referenten aus Israel, der über seine Zeit als Reservist der Zahal seit dem 7. Oktober 2023 berichtet, und als zweiten Lehrhausvortrag eine Retrospektive eines israelverbundenen ehemaligen Pfarrers aus Oberhaid. Dazu kommt ein russischsprachiger Vortrag des Gemeinderabbiners aus Erlangen. Zusätzlich sehen wir dem jährlichen Gedenken am 27. Januar entgegen, an dem wir der Opfer der Schoa und der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz gedenken und uns unserer Verantwortung für eine menschliche Zukunft bewusst werden.
Gleich, ob wir in diesen Wochen Chanukka, Weihnachten oder einfach die Ankunft von Väterchen Frost feiern – wir wissen, dass wir zusammengehören. Wir bilden eine enge Familie, verbunden durch gemeinsame Werte, Geschichte und Verantwortung füreinander. Das ist das Wichtigste, was uns trägt – in ruhigen Zeiten ebenso wie in bewegten und unruhigen politischen Zeiten der Verfolgung und Ermordung unserer jüdischen Brüder und Schwestern wie am 14. Dezember in Sydney, Australien.
Ich wünsche Ihnen allen eine erholsame, gesegnete Zeit zwischen den Jahren und freue mich darauf, Sie bald wiederzusehen.
Ihr,
Martin Arieh Rudolph
(1. Vorsitzender)